Fax reicht nicht

Nachdem sich die Angelegenheit erledigt hat, bitte ich den Kollegen, mir die vollstreckbare Ausfertigung des Versäumnisurteils zuzusenden. Nicht, daß doch noch vollstreckt wird.

Er schickt sie mir zu. Sogar doppelt. Ein Exemplar für mich. Und ein Exemplar für den Mandanten.

Beides per Fax.

Das war nicht das, was ich haben wollte… 😉

Vielleicht liest der Kollege ja mit und ich bekomme das Original doch noch. 🙂

 

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30 Jahre lang nachfragen?

Wenn die Versicherungen nach einem Verkehrsunfall den Schaden kürzen, folgt die Klage. Wenn das Fahrzeug noch nicht repariert ist, stelle ich außerdem einen Feststellungsantrag (§ 256 ZPO). Falls das Fahrzeug später noch repariert wird, entstehen weitere Kosten (z.B. Umsatzsteuer auf die Reparaturkosten, ggf. höhere Reparaturkosten als ursprünglich progonostiziert, Nutzungsausfall oder Mietwagenkosten). Das Gericht stellt dann fest, daß der Unfallverursacher auch diese weiteren  Kosten erstatten muß.

Im Juli 2015 ereignet sich der Unfall. Im März 2017 entscheidet das AG Idstein, spricht weiteren Schadenersatz zu und gibt außerdem dem Feststellungsantrag statt.

Jetzt erreicht mich ein Schreiben der Versicherung:

„… möchten wir an die entsprechenden Nachweise hinsichtlich des Urteils zum Feststellungsantrag erinnern.“

Ein halbes Jahr nach dem Urteil kommt die erste Erinnerung. Scheinbar möchte die Versicherung den Vorgang abschließen.

Ich frage bei der Versicherung nach, ob sie jetzt 30 Jahre lang jedes Jahr eine Erinnerung schicken wolle. Der Mitarbeiter der Versicherung verneint. Wir einigen uns darauf, daß der Geschädigte sich meldet, wenn weitere Kosten anfallen (was sonst?).

Dafür hat der Geschädigte mindestens 30 Jahre Zeit (§ 197 I Nr. 3 BGB).

Bis dahin kann die Versicherung den Vorgang nicht abschließen. Das scheint sie zu stören.

Aber das ist der Preis für die Kürzungsversuche.

 

Murmeltier

Täglich grüßt das Murmeltier:

Versicherung kürzt.
Schepers klagt,
Versicherung zahlt.

Diesmal war es die COSMOS Versicherung. Und das gleich in zwei Verfahren.

Es gibt Spannenderes, als immer wieder mit den Versicherungen dieses (strafbare?) Klagepoker zu spielen. Aber immerhin gibt es für den Anwalt dann mehr Geld.

Ihr verärgert nicht den Anwalt, sondern Eure Kunden.