War da was?

Nach einem Verkehrsunfall muß der Geschädigte sein Auto nicht reparieren lassen. Er kann sich die erforderlichen Reparaturkosten auch so auszahlen lassen. Was er dann mit dem Geld macht, ist seine Sache. Er kann das Auto selber reparieren, durch einen Freund privat reparieren lassen, oder doch noch in einer Werkstatt gegen Rechnung reparieren lassen. Solange er keine Reparaturrechnung vorlegt, spricht man von fiktiver Abrechnung.

Bei einer fiktiven Abrechnung muß der Schädiger keine Umsatzsteuer zahlen (§ 249 II 2 BGB). Bei der fiktiven Abrechnung muß der Geschädigte zudem mit weiteren Kürzungen rechnen. Gegenüber der konkreten Abrechnung (also Reparatur in einer Werkstatt gegen Rechnung) sparen die Versicherungen ca. 50 %. Und von diesen 50 % wollen die Versicherungen dem Geschädigten nichts abgeben. Das ist ein Grund, wieso ich meinen Mandanten zur konkreten Abrechnung rate.

 

Ein weiterer Grund ist dieser:

Wenn das Auto früher schon mal einen Unfall hatte (Vorschaden), dann muß der Geschädigte etwas dazu sagen. Ohne Reparaturrechnung wird das schwierig.

Also besser ordnungsgemäß mit Rechnung reparieren lassen. Sonst kann der 2. Unfall richtig teuer werden. Im schlimmsten Fall zahlt die Versicherung für den 2. Unfall gar nichts, weil nicht (mehr) geklärt werden kann, was alter und was neuer Schaden ist.

2 Kommentare zu „War da was?

  1. Versteh ich nicht. Wo kommen die 50% Ersparnis für die Versicherung her?
    Es gibt einen Kostenvoranschlag (KVA) der Werkstatt zur Reparatur oder ein SV-Gutachten und wenn ich mich als Geschädigter gegen die Reparatur und für die fiktive Abrechung entscheide, möchte ich den Nettobetrag des KVA von der gegnerischen Versicherung erstattet bekommen.

      Der (ordnungsgemäß arbeitende) Sachverständige wird Stundensätze einer Händlervertragswerkstatt kalkulieren. Die Versicherung verweist dann auf eine günstigere Werkstatt und rechnet mit den reduzierten Stundensätzen. Außerdem werden bei der fiktiven Abrechnung standartmäßig ein paar Positionen gekürzt (Verbringungskosten, UPE-Zuschläge, Beilackieren, Reinigungsarbeiten, Probefahrt…). Und die 19 % Umsatzsteuer fallen auch weg. Da kommen dann schnell insgesamt 50 % zusammen.
      C.S.

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