RSV: Verklag noch mehr!

Die Rechtsschutzversichersicherung (RSV) möchte, daß ich noch mehr verklage. Also noch mehr Personen.

Wegen des Verkehrsunfalls habe ich nur den Fahrer verklagt. Das kommt bei mir öfters vor. Die RSV schreibt:

Wir regen an, auch unbedingt den gegnerischen Kfz-Versicherer zu verklagen, damit im Obsiegensfall auf einen solventen Schuldner zurückgegriffen werden kann.

Nun erweisen sich Kfz-Versicherer zuweilen als sehr störend, nicht nur bei der Schadenregulierung, sondern auch in einem Prozeß.

Also erst mal den einfachen Weg wählen und nur den Fahrer verklagen. Da gibt es schon mal ein Versäumnisurteil. Und selbst, wenn gegen das Versäumnisurteil Einspruch eingelegt wird, kommt da im Vergleichswege schon mal mehr Geld raus, als ursprünglich eingeklagt. Ja, das gibt es wirklich.

Und wenn es kein Versäumnisurteil gibt, kann ich die Klage immer noch erweitern 🙂

Bisher hat die Versicherung noch immer bezahlt, wenn die Klage erfolgreich war. Ich erinnere mich an ein Verfahren vor einigen Jahren. Nachdem das Urteil rechtskräftig war, habe ich bei der Versicherung angerufen und gefragt, ob gezahlt wird, oder ob ich gegen den Versicherungsnehmer vollstrecken soll. Antwort des Sachbearbeiters:

Wir haben unseren Kunden ein Mal im Regen stehen lassen, das werden wir nicht ein zweites Mal machen.

Also, immer schön locker bleiben, liebe RSV.

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Vor der Währungsreform

So fing alles an. Mein erstes Anwaltshonorar:

Scheck-k

Das war im letzten Jahrtausend!

Die Währung hieß noch DM und es ging um eine Badewanne, glaube ich. Es war mein erstes Mandat. Wie die Sache ausging, weiß ich nicht mehr. Aber die Rechtsschutzversicherung bezahlte – ohne Kürzung!

Inzwischen ist die Kanzlei zwei Häuser weiter gezogen. Der Mandant von damals kommt immer noch zu uns 🙂

Es ist ungünstig

2015-06-08-031-2Ich schließe mit dem Mandanten eine Honorarvereinbarung und schicke ihm die Rechnung. Der Mandant bezahlt die Rechnung sofort. Alte Schule.

Er leitet die Rechnung an seine Rechtsschutzversicherung weiter. Die Rechtsschutzversicherung antwortet ihm:

 Haben Sie die Rechnung schon selbst ausgeglichen?

Bitte leiten Sie Anwaltsrechnungen in dieser Größenordnung vor deren Ausgleich an uns weiter. Es ist ungünstig, mit einer Kanzlei über die Höhe eines Streitwerts oder einer bestimmten Gebühr zu diskutieren, wenn der Rechnungsbetrag schon dort eingegangen ist.

Habe ich da etwas falsch verstanden? Ist es Aufgabe der Rechtsschutzversicherung, mit einer Kanzlei über die Höhe des Streitwerts oder einer bestimmten Gebühr zu diskutieren?

Ich glaube nicht.

Da gibt es nichts zu diskutieren. Sicher nicht mit der Rechtsschutzversicherung. Und schon gar nicht bei einer Honorarvereinbarung.

Eine Honorarvereinbarung ist eine feine Sache. Beide wissen, was sie erwartet. Der Mandant, was es kostet, und der Anwalt, was er bekommt.

Da kann der Anwalt sich auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren.

Diskussionen mit der Rechtsschutzversicherung gehören nicht dazu.