Schnell ist anders

Vor mehr als 5 Monaten ist meine Berufungsbegründung beim Landgericht Köln eingegangen. Danach Schweigen im Walde.

Nach 2 Sachstandsanfragen erhalte ich heute die Nachricht, daß der Gegenseite eine Frist zur Berufungserwiderung gesetzt wurde.

Schnell ist anders.

Zumindest habe ich mir keinen Hinweis nach § 522 II ZPO eingefangen. Das läßt zumindest für das Ergebnis hoffen.

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Bekommen statt zahlen

Die Versicherung will Geld vom Mandanten. 2.500,- €. Er hatte einen Unfall. Und danach hätte er Unfallflucht begangen, so die Versicherung. Deshalb wollen sie ihn bis 2.500,- € in Regreß nehmen.

Nach den Versicherungsbedingungen ist das grundsätzlich möglich (vgl. § 6 KfzPflVV).

Allerdings wurde das Strafverfahren gegen ihn letztes Jahr nach § 153a StPO eingestellt. Nachdem ich Akteneinsicht genommen habe, teile ich der Versicherung mit, daß dem Mandanten eine Unfallflucht nicht nachzuweisen ist. Seitdem habe ich von der Versicherung nichts mehr gehört. 3 Monate Schweigen, da kommt nichts mehr. Die 2.500,- € muß der Mandant nicht zahlen.

Meine Kosten übernimmt seine Rechtschutzversicherung (bis auf die Selbstbeteiligung).

Das Strafverfahren wegen Unfallflucht hatte ein anderer Kollege bearbeitet. Der Mandant versichert, den Kollegen über die Rechtsschutz informiert zu haben. Die Rechtschutz wurde nicht eingeschaltet.  Keine Ahnung warum. Der Mandant zahlte das Honorar aus eigener Tasch.

Die Abrechnung mit der Rechtsschutzversicherung hole ich jetzt für den Mandanten nach. Er erhält eine Erstattung von über 600,- €.

Anstatt 2.500,- € zu zahlen, bekommt er 600,- €. Es lohnt sich, einen Anwalt einzuschalten.

Zumindest dann, wenn es der Richtige ist. 😉

 

System verstanden

Versicherungen kürzen. Das ist nichts Neues.

Diesmal geht es um Wertminderung. Der Sachverständige ermittelt 200,- €. Das ist der HDI zu viel. Viel zu viel. Sie beauftragt einen Kürzungsdienstleister, der eine Wertminderung von nur 150,- € errechnet. Nach der Marktrelevanz- und Faktorenmethode (MFM). Diese Methode taucht jetzt öfters auf. Weil dabei so wenig Wertminderung rausspringt.

Trotz Telefonats hält die HDI an der Kürzung fest.

Also schreibe ich wegen der 50,- € den Halter (= Kunden der HDI) an. Er versteht das mit der Kürzung nicht. Ich erkläre es ihm in einem Telefonat. Jetzt versteht er es. Und zahlt die 50,- € aus eigener Tasche. Telefonate können hilfreich sein.

Der Halter (= Kunde der HDI) ist übringes ein etwas größeres Unternehmen mit 7 Niederlassungen in Deutschland. Ich weiß nicht, ob er seinen gesamten Fuhrpark bei der HDI versichert hat.

Und ich weiß nicht, ob sich die HDI mit diesem Kürzungsversuch einen Gefallen getan hat.