Im Auftrag und nach Vorgaben der HUK…

Versicherungen lassen eingereichte Kfz-Gutachten überprüfen. Die HUK Coburg bedient sich dabei regelmäßig der DEKRA.

Ein aktuelles Beispiel:

Der vom Geschädigten beauftragte  freie Sachverständige kalkuliert Reparaturkosten von 1.806,43 € netto.

Die DEKRA kommt bei ihrer Überprüfung dieses Gutachtens auf 25 % weniger, nämlich 1.356,83 € netto.

Der im anschließenden Klageverfahren vom Gericht bestellte Sachverständige kommt auf Reparaturkosten von 1.807,86 € netto.

Hier wird deutlich, was die DEKRA meint, wenn sie ihre Überprüfung mit dem Zusatz versieht:

Die vorliegende Kalkulation zur fiktiven Abrechnung wurde im Auftrag und nach Vorgaben der HUK Coburg Versicherung AG geprüft.

Die DEKRA kürzt so, wie die HUK es sagt. Und der Geschädigte ist der Dumme.

Es sei denn, er klagt.

 

RSV: Verklag noch mehr!

Die Rechtsschutzversichersicherung (RSV) möchte, daß ich noch mehr verklage. Also noch mehr Personen.

Wegen des Verkehrsunfalls habe ich nur den Fahrer verklagt. Das kommt bei mir öfters vor. Die RSV schreibt:

Wir regen an, auch unbedingt den gegnerischen Kfz-Versicherer zu verklagen, damit im Obsiegensfall auf einen solventen Schuldner zurückgegriffen werden kann.

Nun erweisen sich Kfz-Versicherer zuweilen als sehr störend, nicht nur bei der Schadenregulierung, sondern auch in einem Prozeß.

Also erst mal den einfachen Weg wählen und nur den Fahrer verklagen. Da gibt es schon mal ein Versäumnisurteil. Und selbst, wenn gegen das Versäumnisurteil Einspruch eingelegt wird, kommt da im Vergleichswege schon mal mehr Geld raus, als ursprünglich eingeklagt. Ja, das gibt es wirklich.

Und wenn es kein Versäumnisurteil gibt, kann ich die Klage immer noch erweitern 🙂

Bisher hat die Versicherung noch immer bezahlt, wenn die Klage erfolgreich war. Ich erinnere mich an ein Verfahren vor einigen Jahren. Nachdem das Urteil rechtskräftig war, habe ich bei der Versicherung angerufen und gefragt, ob gezahlt wird, oder ob ich gegen den Versicherungsnehmer vollstrecken soll. Antwort des Sachbearbeiters:

Wir haben unseren Kunden ein Mal im Regen stehen lassen, das werden wir nicht ein zweites Mal machen.

Also, immer schön locker bleiben, liebe RSV.

Warum?

Mal wieder Klagepoker nach einem Verkehrsunfall. So wie hier, hier und hier.

Immer das Gleiche. Erst kürzen, dann kommt die Klage gegen den Halter oder Fahrer, dann wird sofort bezahlt. Diesmal war es die AXA.

Warum macht Ihr das?

Wollt Ihr bei allen unbeliebt werden?

Erst die Kürzung, da ist der Geschädigte auf Euch sauer. Wieso wird nicht alles gezahlt?

Dann kommt die Klage, und Euer Kunde ist auf Euch sauer. Wieso werde ich verklagt, ich habe doch alles meiner Versicherung gemeldet?

Nach der Klage kommt dann die Zahlung und das Gericht wird auf Euch sauer. Warum müssen wir hier einen Vorgang anlegen, wenn die Versicherung dann doch sofort zahlen will?

Und irgendwann werden die Aktionäre auf Euch sauer. Warum werden unnötige Kosten produziert, wenn dann doch anstandslos gezahlt wird?

Ich muß immer wieder an einen Mandanten denken, der in einem vergleichbaren Fall bemerkte: Ich stelle fest: als Nichtjurist bleibt das Rechtsgefüge erstaunlich rätselhaft.

Nicht nur das Rechtsgefüge! bleibt zu ergänzen.