Es soll eskalieren

Telefonat mit dem Sachbearbeiter der Versicherung. Es geht um die Kürzung des Anwaltshonorars, nachdem der Fahrzeugschaden durch Verweisung auf eine günstigere Werkstatt gekürzt wurde.

Durch die Verweisung auf eine Billigwerkstatt reduziert sich das Anwaltshonorar nicht, wie Jaeger und auch das AG Brühl meinen. Darauf weise ich in meinen Schreiben an die Versicherung auch hin (Textbaustein sei Dank).

Die Reaktion des Sachbearbeiters am Telefon:

Sie sind nicht der Erste. Ich habe es nicht entschieden. Es tut mir leid.
Die Sache soll eskalieren.

Nun gut. Wenn es sein muß, dann muß es sein.

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1.000 € erpokert

Ich habe beim Pokern gewonnen. 1.000 €. Nicht für mich, sondern für den Mandanten. Diesmal will die Allianz Klagepoker spielen.

Es geht um Schmerzensgeld. Die leidige Geschichte mit den Formularen, die der Geschädigte ausfüllen soll. Anderenfalls könne die Versicherung nicht tätig werden. Und kein Schmerzensgeld zahlen. Schreibt die Versicherung.

Dann folgt die Klage gegen Halter und Fahrer. Immer wieder gerne.

Und dann zahlt die Versicherung.

Falls die Justiz überlastet sein sollte – es könnte am Pokern liegen.

 

30 Jahre lang nachfragen?

Wenn die Versicherungen nach einem Verkehrsunfall den Schaden kürzen, folgt die Klage. Wenn das Fahrzeug noch nicht repariert ist, stelle ich außerdem einen Feststellungsantrag (§ 256 ZPO). Falls das Fahrzeug später noch repariert wird, entstehen weitere Kosten (z.B. Umsatzsteuer auf die Reparaturkosten, ggf. höhere Reparaturkosten als ursprünglich progonostiziert, Nutzungsausfall oder Mietwagenkosten). Das Gericht stellt dann fest, daß der Unfallverursacher auch diese weiteren  Kosten erstatten muß.

Im Juli 2015 ereignet sich der Unfall. Im März 2017 entscheidet das AG Idstein, spricht weiteren Schadenersatz zu und gibt außerdem dem Feststellungsantrag statt.

Jetzt erreicht mich ein Schreiben der Versicherung:

„… möchten wir an die entsprechenden Nachweise hinsichtlich des Urteils zum Feststellungsantrag erinnern.“

Ein halbes Jahr nach dem Urteil kommt die erste Erinnerung. Scheinbar möchte die Versicherung den Vorgang abschließen.

Ich frage bei der Versicherung nach, ob sie jetzt 30 Jahre lang jedes Jahr eine Erinnerung schicken wolle. Der Mitarbeiter der Versicherung verneint. Wir einigen uns darauf, daß der Geschädigte sich meldet, wenn weitere Kosten anfallen (was sonst?).

Dafür hat der Geschädigte mindestens 30 Jahre Zeit (§ 197 I Nr. 3 BGB).

Bis dahin kann die Versicherung den Vorgang nicht abschließen. Das scheint sie zu stören.

Aber das ist der Preis für die Kürzungsversuche.