Lohnend

Ein unterhaltsamer Nachmittag in Neu-Isenburg.

Verkehrsanwälte, Sachverständige und Werkstätten an einem Tisch, bzw. in einem Vortragssaal.

Es geht um Kommunikation mit dem Geschädigten. Es geht um Zusammenarbeit. Und es geht um Vernetzung.

Das Ganze garniert mit einem juristischen Vortrag von Joachim Otting. Sein Vortragsstil und sein Dialekt erinnern an Torsten Sträter, der Unterhaltungswert allemal. Und der Inhalt des Vortrages, perfekt auf die Zuhörer zugeschnitten. Auch nach vielen Jahren als Verkehrsanwalt lerne ich noch dazu.

Er hat sich gelohnt, der 3. Schadenkonkgress der Arge Verkehrsrecht

„Autoschaden gerecht – Werkstattfreundliches Schadenmanagement“

 

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Nichts ist so dumm, als daß…

Verkehrsunfall.

In dem einen Auto sitzen zwei Personen. Beide sind etwa gleich alt. Beide werden verletzt.

Der Streit um das Schmerzensgeld wird vor dem Amtsgericht ausgetragen.

Aus dem Schriftsatz einer großen deutschen Kanzlei, die regelmäßig von Versicherungen beauftragt wird:

Eine unfallbedingte Verletzung der Klägerin, die bezeichnenderweise den behaupteten Verletzungen der Mitinsassen gleicht, wird insgesamt bestritten.

Gleicher Unfall, gleiches Auto, gleiches Alter, gleiche Verletzung. Sehr verdächtig! 😉

Nichts ist so dumm, als daß man es nicht doch bei Gericht vortragen könnte…

Leider nein

Verkehrsunfall. Der Mandant setzt ein Stück zurück, hält dann an. Der andere will hinter ihm als Linksabbieger in eine Einfahrt rein. Dabei geraten die Fahrzeuge aneinander.

Der Mandant berichtet, er sei zum Stillstand gekommen, kurz bevor es zum Unfall kam. Bei der Kollision selber habe er bereits gestanden.

Ich bringe ihm bei, daß er zumindest mit einer Mithaftung rechnen muß, weil er zurückgesetzt hatte. Das versteht er nicht. Er sei doch gar nicht mehr zurückgefahren, sondern habe schon gestanden.

Das spielt leider keine allzugroße Rolle, weil sich der Unfall jedenfalls in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Zurücksetzen ereignete. Es ist egal, ob er nur 1 Sekunde oder schon 5 Sekunden stand – der Zusammenhang bleibt bestehen.

Erst wenn eine deutliche Zäsur da ist, zum Beispiel weil er da geparkt und Pause gemacht hat, entfällt der Zusammenhang.

Darauf fragt der Mandant:

Können wir denn nicht einfach schreiben, daß ich schon ganz lange da gestanden habe?

Leider nein. Das können wir nicht. Schon der Versuch eines Betruges ist strafbar (§ 263 II StGB).

Aber fragen kann man ja mal 😉