Müngersdorfer Stadion – meine Trophäen (4/4)

Wales-kAm 15. November 1989 noch eine internationale Begegnung. Diesmal ist es ein Länderspiel. Deutschland – Wales. Eine ganz besondere Atmosphäre. Ungewohnt. Da stehen fremde Fans in unserer Südkurve. Aus Dortmund. In unserer Südkurve! Egal,ist ja Länderspiel.

Deutschland löst das WM-Ticket für Italia 90. Dank Icke Hässler. Vorlage Litti, Torschütze Icke. 2-1. So geht das in Köln.

Der Siegtreffer fällt vor der Südkurve, quasi direkt vor mir. Als ob Hässler auf mich zielt. Die Dortmund-Fans neben mir zittern schon um ihren Italien-Urlaub, aber noch mal gut gegangen. Der Rest ist Geschichte.

Zum Glück fällt das Siegtor vor der Südkurve. Sonst hätte ich es nicht gesehen. Oder kaum gesehen. Das sind noch Entfernungen, vom Stehplatz, über den Graben, dann die Laufbahn, die Hochsprunganlage, und dann noch der ganze Fußballplatz in Längsrichtung, bevor das Tor vor der Nordkurve kommt. Da braucht man gute Augen, um zu sehen, was auf der anderen Seite passiert. Meist erahnen wir eher als daß wir sehen, was im Norden passiert.

Zurück zum Spiel. Wie gesagt. WM-Ticket gebucht. Der Rest ist Geschichte.

Wie das Müngersdorfer Stadion.

2015-11-24-0579-k

Advertisements

Müngersdorfer Stadion – meine Trophäen (3/4)

Waregem-kAm 2. April 1986 wird es international. Ein Flutlichtspiel, besondere Atmosphäre.

UEFA-Pokal Halbfinale. 1. FC Köln – KSV Waregem.

Vor dem Spiel macht sich Toni im Tor vor der Südkurve warm. Wie immer. Wir begrüßen ihn mit „Toni! Toni!“ Rufen. Bis er zu uns rüber winkt. Wie immer. Toni ist jetzt Vizepräsident des FC. Das hätte nach Anpfiff 1987 niemand gedacht.

Zurück zum Spiel. 1. FC Köln – KSV Waregem. 4-0. Nochmal. 4-0. UEFA-Pokal Halbfinale. International erfolgreich. Der 1. FC Köln!

Das Rückspiel geht 3-3 aus, damit steht der 1. FC Köln im Finale des UEFA-Pokals.
Wegen Fanausschreitungen beim Rückspiel in Belgien erhält der 1. FC Köln eine Platzsperre und muß sein Final-Heimspiel in Berlin austragen. Gegen Real Madrid. Nach der 5-1 Niederlage in Madrid reicht das 2-0 im Rückspiel in Berlin (ohne mich) nicht.

Aber bei dem erfolgreichen 4-0 gegen Waregem, da bin ich dabei!

Müngersdorfer Stadion – meine Trophäen (2/4)

Finale-kAm 11. Juni 1983 findet das DFB-Pokalfinale statt. In Köln (Berlin ist erst seit 1985 dauerhaft Austragungsort des Finales). Eine Art Stadtpokalfinale. Kölner Derby. 1. FC Köln – Fortuna Köln. Wir sind mit dem Fahrrad zum Stadion. Stehplatz Südkurve. Die Karte ist zwar für Unterrang Ost, aber wir kommen trotzdem in die Südkurve. Eingang 19 / 21. Da stehen die richtigen Fans, da ist die Stimmung. Es gibt noch keine Vortänzer mit Megaphon, auch keine einstudierte Choreographie. Nur Fans.

Wir nehmen uns vor, den Platz zu stürmen. Daß wir gewinnen, steht ja außer Frage. Den Platzsturm üben wir vorher in der Schule, mit ein paar Klassenkameraden. Wird dann aber doch nichts mit dem Platzsturm. Die Polizei paßt auf, ist mit Hunden vor Ort und bewacht den Graben (ja, da ist ein Graben zwischen Zuschauer und Stadioninnenraum). Das Spiel ist nicht so berauschend. Aber das Ergebnis stimmt – dank Litti (1-0). Anschließend fahren wir mit dem Fahrrad weiter zum Geißbockheim, noch etwas feiern.

Der letzte Titel des FC. Und ich bin dabei!

Damals ist das Stadion noch oval. Mit Laufbahn, Hoch- und Weitsprunganlage und so. Ein Stadion für Fußball und für Leichtathletik. Keine reine Fußballarena. Es heißt ja auch Müngersdorfer Stadion, nicht Rheinenergiestadion. Zum Rheinenergiestadion wird es erst später. Und noch früher, bevor es das Müngersdorfer Stadion ist, ist es die Hauptkampfbahn. Aber das ist vor meiner Zeit.