Sinnvoller Sinnlos-Termin

Ein Elternteil beantragt das alleinige Sorgerecht. Ohne vernünftigen Grund. Und ohne einen vernünftigen Grund auch nur vorzutragen (zumindest nach meiner Einschätzung).

An dem Antrag ist nichts dran. Trotzdem lädt das Gericht zu einem Verhandlungstermin. Richter, 2 Anwälte, Mitarbeiter des Jugendamtes und Verfahrenspfleger.

Ein Sinnlos-Termin.

Wenn da nicht der Amtsrichter wäre.

Mit viel Fingerspitzengefühl und guten Argumenten bringt er die Eltern dazu, einen Vergleich zu schließen.

Der betreuende Elternteil erhält mehr Freiheiten (Vollmachten für die Kinder), der andere Elternteil erhält mehr Informationen über die Kinder.

Respekt!

Die Kinder können nur davon profitieren. Und ich lerne auch nach 18 Jahren noch dazu.

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Lachen oder weinen

Die Probleme anderer Menschen sind mein Beruf. Die Hilfe bei der Problemlösung, um genauer zu sein.

Dazu gehört, eine gewisse Distanz zu wahren und die Probleme anderer nicht allzu persönlich zu nehmen. Das bekomme ich auch ganz gut hin.

Aber manchmal weiß ich wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Aus meinem Schreiben an einen Vater:

Wollen Sie wirklich, daß Ihre 12-jährige Tochter vor Gericht zieht, damit sie von Ihnen den Laptop bekommt, der ihr gehört?

Ist das Ihr Ernst?

Mit blankem Hintern

Erst läuft es wie so oft. Trennung der Eltern, Streit beim Umgang mit dem Kind, Gericht eingeschaltet.

Anschließend bei Gericht per Vergleich eine vernünftigen Regelung vereinbart, mit der alle gut leben können. Das Gericht bestellt dann noch einen Ergänzungspfleger, der die Umgangskontakte begleitet. Damit ist das Gerichtsvefahren beendet.

So weit, so gut.

2 Monate später spielt dann ein Elternteil nicht mehr mit, schießt quer, beauftragt einen neuen Rechtsanwalt und legt sich mit dem Ergänzungspfleger an.

Der Ergänzungspfleger informiert das Gericht, das Gericht lädt die Eltern zu einem Vermittlungsverfahren (§ 165 FamFG).

Im Termin überreicht der neue Kollege einen Weiterlesen