Alle Jubeljahre

Es kommt alle Jubeljahre mal vor, aber wenn, dann zucke ich immer zusammen. Ich begebe mich dann sofort auf Fehlersuche. Was habe ich falsch gemacht?

Die ADAC Autoversicherung schreibt, den Unfallschaden in voller Höhe regulieren zu wollen.

So, wie ich ihn geltend gemacht habe. Keine Kürzungen, nichts zu bemängeln. Nichts. Noch nicht einmal Verbringungskosten und Polierarbeiten gekürzt.

Ich habe zweimal nachgelesen und kontrolliert. Es paßt alles. Ich habe nichts vergessen.

Ein außergewöhnliches Regulierungsverhalten. Zur Nachahmung empfohlen!

 

Immer 200 € ?

2015-06-08-031-2Versicherungen kürzen. Das ist nichts Neues.

Bzw. lassen kürzen, durch externe Unternehmen. Zum Beispiel durch die PremiumCheck GmbH.

Auffahrunfall, mehrere Geschädigte. Der Gutachter des Mandanten ermittelt für sein Auto eine Wertminderung von 200,- €. PremiumCheck kürzt die Wertminderung auf 0,- €.

Ein weiterer Geschädigter (gleicher Unfall) beauftragt einen anderen Gutachter. Der ermittelt für dessen Auto eine Wertminderung von 400,- €. PremiumCheck kürzt diese Wertminderung auf 200,- €.

Bei beiden Fahrzeugen wird die Wertminderung um 200,- € reduziert. Zufall?

Oder wird hier immer um 200,- € gekürzt, weil sich niemand wehrt?

Ist das  Klagepoker?

Mal abwarten…

 

Mandant? Welcher Mandant?

2015-06-08-031-2Auffahrunfall, der Klassiker. Auto kaputt und Schleudertrauma. Die Versicherung kürzt den Schaden. Wobei das falsch ausgedrückt ist. Die Versicherung kann den Schaden nicht kürzen. Der Schaden ist entstanden, den kann man nur ausgleichen. Die Versicherung zahlt also weniger als sie müßte.

Bei den Reparaturkosten wird gekürzt. Und auf das Schmerzensgeld wird auch nur die Hälfte gezahlt – ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und  „zur Klaglosstellung“.

Was folgt, ist die Klage gegen den Fahrer. Der von der Versicherung beauftragte Anwalt meint, der Fahrzeugschaden sei ausgeglichen, das bereits gezahlte Schmerzensgeld werde zurückgefordert, hilfsweise werde gegenüber dem restlichen Fahrzeugschaden mit dem Rückforderungsbetrag aufgerechnet.

Meinen Hinweis, die Aufrechnung gehe ins Leere, versteht der Kollege Versicherungsanwalt nicht auf Anhieb. Ich erläutere es:

Der Halter hat nichts gezahlt (sondern die Versicherung), deshalb kann der Halter auch nichts zurückfordern. Seine Antwort: „Ach, die Versicherung ist nicht mitverklagt?“

Wer seinen Mandanten noch nicht einmal kennt, geschweige denn mit ihm gesprochen hat, der kann schon mal durcheinander kommen, wen er eigentlich vertritt…