Nachgekleckert – ohne Ruhm

Laut einer forsa-Umfrage unter Verkehrsanwälten hat sich das Regulierungsverhalten der Kfz-Haftpflichtversicherer in den letzten 5 Jahren deutlich verschlechtert.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat eine Stellungnahme zu dem Umfrageergebnis abgegeben, die ich für mißverständlich bis falsch halte.

Dort heißt es, die angebliche Verschlechterung in der Schadenregulierung sei keine Einschätzung der Versicherungskunden, sondern eine Einschätzung der Verkehrsanwälte.

Das ist zunächst einmal richtig, denn es wurden Verkehrsanwälte befragt, nicht die Versicherungsnehmer (VN), die die Kunden der Versicherung sind.

Es ergäbe (zumindest bei Kfz-Haftpflichtfällen) auch keinen Sinn, Weiterlesen

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Nicht mit Ruhm bekleckert

Im Oktober hat man mich gefragt, wie es mit dem Regulierungsverhalten der Autoversicherer aussähe. Ich habe geantwortet. Und nicht nur ich, sondern über 1.000 weitere Verkehrsanwälte.

Das Ergebnis dieser forsa-Umfrage liegt jetzt vor:

Die Autoversicherer haben sich nicht mit Ruhm bekleckert.

Über 50 % der Befragten meinen, das Regulierungsverhalten habe sich in den letzten 5 Jahren deutlich verschlechtert.

Öfter (unberechtigte) Kürzungen bzw. Zurückweisung von Leistungen (54 %), längere Bearbeitungszeit (42 %), Einsatz von Verzögerungstaktiken (17 %) und Ignorieren der Rechtsprechung (13 %) sind einige der genannten Gründe.

Einen Artikel über die Befragung gibt es im Stern. Die detaillierte Auswertung kann man sich bei der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein herunterladen.

Laut Jörg Elsner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein, werde die Schadenregulierung bei den Versicherern heute nicht nach juristischen, sondern nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt, so der Stern.

Eine Einschätzung, die ich teile.

Und ein Grund mehr, sofort einen Anwalt einzuschalten, wenn es kracht.

Wie gesagt, die Autoversicherer haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Wahrlich nicht.

 

Not amused

Vor ziemlich genau einem Jahr bezeichnet ein Mandant die Verzögerungen bei der Erstellung eines Sachverständigengutachtens als Lachnummer.

Seit April 2017 liegt das Gutachten vor. Keine der Parteien erhebt Einwendungen gegen das Gutachten. Keine der Parteien stellt Ergänzungsfragen.

Der Einzelrichter am Landgericht legt den erforderlichen Verhandlungstermin in den August. 1 Woche vor dem Termin wird der Termin verlegt, weil der Einzelrichter erkrankt. Neuer Termin im September. Der Termin wird verlegt, weil ein vorsorglich geladener Zeuge in Urlaub ist. Neuer Termin Ende November 2017 (also nächste Woche).

Gestern Nachmittag flattert ein Fax rein. Der Termin wird aufgehoben.

Grund der Aufhebung: Kammersitzung.

Ich weiß nicht, ob der Einzelrichter bei der Terminierung die Kammersitzung übersehen hat, oder ob der Kammervorsitzende nachträglich den Kammertermin anberaumt hat. Ist auch nicht so wichtig, so was kann passieren.

Aber: Verkehrsunfall Mitte 2014, ein Urteil ist 2017 nicht mehr zu erwarten.

Der Mandant is not amused.