Faire Chance

KEIN Fahrverbot. KEINE Geldbuße von 160,- €. Stattdessen wird das Verfahren wegen Verjährung eingestellt.

Ich gebe zu, etwas Glück war dabei.

Aber auch Glück muß man sich erarbeiten. Und die  Regel befolgen:

Gib der Behörde eine faire Chance, Fehler zu machen.

 

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Alles aus einem Topf

Parkplatzunfall im April 2015. Schaden laut Kostenvoranschlag 1.178,80 € netto. Das ist zwar nicht die Welt, muß man aber auch nicht verschenken.

Der Unfallverursacher ist Kunde einer fränkischen Versicherung. Der Mandant versucht es zunächst selber mit dieser Versicherung. Füllt sogar das Formular der Versicherung aus. Die will dann noch Zeugenaussagen. Auch die beschafft der Mandant, ebenfalls auf dem Formular der Versicherung.

Nach einigem Hin und Her erklärt sich die Versicherung bereit, 50 % zu zahlen. Allerdings möchte sie das Auto vorher durch einen Haussachverständigen besichtigen lassen. Wegen möglicher Vorschäden (das Auto ist 1 Jahr alt).

Jetzt entscheidet sich der Mandant, doch einen Anwalt einzuschalten.

Klage, Beweisaufnahme, Urteil.

Das Gericht setzt eine Mithaftung von 30 % an, dem Mandanten werden 815,16 € zugesprochen. Letztendlich erhält er – wegen der Zinsen  – 977,70 €.

Wie gesagt, zunächst versucht der Mandant es selber. Aus Sicht der Versicherung keine Kosten für einen Anwalt. Keine Kosten für einen (vom Geschädigten beauftragten) Sachverständigen. Wer sich ein wenig mit Schadenregulierung auskennt, weiß, daß der Mandant bis zu diesem Zeitpunkt mindestens 500,- € zusätzlicher Kosten vermieden hat. Kosten, die die Versicherung auch nach ihrer eigenen Auffassung mindestens zu 50 % tragen müßte.

Wirtschaftlich vernünftig wäre, dem Mandanten die 1.178,80 € auszuzahlen, bevor er einen Anwalt und einen Sachverständigen einschaltet. Billiger wird es nicht mehr.

Die Versicherung will es anders. Wobei in diesem speziellen Fall von vornherein feststeht, wer bezahlt.

Neben den 977,70 €, die an den Mandanten gehen, zahlt die Versicherung auch noch 166,66 € vorgerichtliche Anwaltskosten.

Das ist aber nicht alles. Durch das Gerichtsverfahren fallen – natürlich – weitere Kosten an: Weiterlesen

Überraschungsanruf

Daß Versicherungen es nicht mögen, wenn ich deren Kunden unmittelbar anschreibe, ist bekannt. Daß ich mich daran nicht störe, auch.

Es kommt vor, daß die Versicherung mich dann darüber informiert, ich solle den Schriftverkehr bitte nur mit ihr führen. Meine schriftliche Antwort darauf (Ihr hattet eure Chance, jetzt ist euer Kunde dran) führt zu einer unerwarteten Reaktion.

Ein Anruf der Sachbearbeiterin. Sie teilt mit, daß es bei der Kürzung bleiben müsse. Vorgaben der Zentrale. Die Sachbearbeiter hätten keinen Spielraum.

Die Nachricht an sich wundert mich nicht. Die Form der Nachricht schon. Kein textbausteinlastiges Schreiben, sondern ein Anruf. Ein persönliches Gespräch! Auf Initiative der Versicherung!

Ich werte das einfach mal als Upgrade auf der Liste der Geschädigtenanwälte bei dieser Versicherung 🙂